Positionen der Interessengemeinschaft

Die IG sucht das Gespräch zu ihren Nachbarn und informiert sich über deren Planungsvorhaben und Entwicklungen.

Schon einige Male konnte sich die IG durch frühzeitigen Einfluss für Verbesserungen einsetzen. Sie vertritt gemäß ihren Grundsätzen und Prinzipien der Zusammenarbeit eine einstimmige Meinung zu verschiedenen Themen, wie sie hier beispielhaft in Kurzfassung dargestellt sind und beim IG-Sprecher abgerufen werden können.

Eisenbahnüberführung Alt-Stralau:

Die IG forderte eine wirtschaftlich und verkehrlich effektivere Lösung, als sie das Planfeststellungsverfahren zum Tunnelumbau und zur Erschließung Stralaus vorsah. Die IG hatte mit zwei Kerneinwendungen Erfolg. Stralau erhielt je zwei Fahrspuren stadtein- und stadtauswärts und das Linksabbiegen von der Kynaststraße auf die Halbinsel wurde dank einer zusätzlichen Linksabbiegerspur einfacher.

Positionen zum B-Plan-Verfahren XVII-4 Quartier Mole:

Das Quartier Mole: ein lebendiges, urbanes, demografiefestes und aktives Quartier

Das Leitbild der Rummelsburger Bucht lautet seit 1993 „städtische Landschaft”, nicht „vorstädtische” und auch nicht „ländliche Landschaft”. Die Ausformulierung von Städtebau, Ufer, öffentlichen Plätzen und wasseraktiven Nutzungen sollte so erfolgen, dass ein junges, dynamisches Quartier mit urbaner Baukultur entsteht: ästhetisch, alltagstauglich, ökologisch, wirtschaftlich. Urbanität bedeutet eine angemessene Verdichtung und neben durchmischtem Wohnen Ladengeschäfte, Büros, Praxen, Gastronomie- und Freizeitangebote, die den Standort stärken und Lichtenberg bereichern. Diese Angebote für Familien mit und ohne Kindern, für Studenten, Senioren, Singles oder Paare, vielleicht mit Sonderwohnformen (altengerechtem Wohnen) und Ärztehaus brauchen, wenn sie funktionieren sollen, eine kritische Anzahl von Haushalten, also harmonische Verdichtung; andernfalls entstehen Schlafstädte. Nicht gebraucht werden nächste großflächige Discountermärkte. Wo soll eine solche Verdichtung erfolgen, wenn nicht an den Punkten der auch verkehrlich höchsten Verdichtung? Das Ringstadtkonzept Berlins sah schon vor 25 Jahren die städtebaulichen Dichten dort vor, wo die Ringbahn die Stadtbahn kreuzt, also am Gesundbrunnen, Westkreuz, Südkreuz und Ostkreuz. Das Downsizing von 25 Jahren mündete in einem aktuellen Planungsstand, der aus IG-Sicht diese Entwicklung gut zulässt, der prägnante Baukörper und attraktive öffentliche Räume schaffen kann.

Das B-Plan-Verfahren Quartier Mole: zügig und transparent

Über das Quartier wird seit 1990 diskutiert. Planungen von Langhoff (1990), der Masterplan von Brenner (1993) oder die zwei Varianten von Hentschel Oestreich (1998) sahen höhere Dichten vor. Der Neubau der Deutschen Bahn AG am Ostkreuz und das Quartier Mole sollten 2006 etwa synchron fertiggestellt sein. Nun geschieht das 14 Jahre später. Nach internationalen Maßstäben der Stadtentwicklung sind 27 Jahre (im formalen Verfahren 21 Jahre) eine lange Zeit. Die IG hatte sich 2004 gegründet, als die Rummelsburger Bucht zu etwa 40 Prozent realisiert war. Einziger IG-Zweck ist die stadtentwicklungspolitische, stadtplanerische und immobilienwirtschaftliche Interessenwahrnehmung gewerblicher Eigentümer und Investoren in der Rummelsburger Bucht bis zu deren Fertigstellung. Dies sollte nicht weiter verzögert werden, z. B. durch nochmalige Neuplanung oder Planungen, die nach Wirksamkeit kaum oder nicht umsetzbar sind. Die IG wünscht, dass dem Verfahren durch alle Beteiligten Priorität eingeräumt und die Zeitplanung gestrafft wird. Die Mitwirkungsbereitschaft von Eigentümern und Vorhabensträgern aus den Reihen der IG dafür ist groß. Die IG würdigt gleichermaßen das offensichtlich große Interesse des Bezirks Lichtenberg, einen solchen B-Plan zu erstellen, der mit mitwirkungsbereiten Eigentümern und Investoren tatsächlich umsetzbar ist und bei dem Investitionen, die durch die öffentliche Hand allein nicht geleistet werden können, finanzierbar sind.

Rummelsburger Bucht: keine Landstadt, sondern eine Wasserstadt

Die Rummelsburger Bucht kann ihr Entree für Lichtenberg am Ostkreuz und mit dem Quartier Mole funktional mit einem großzügigen Paul und Paula Ufer und einer Promenade dort verbinden, die zu aktiver Erholung und gelebter Entspannung einladen. Gute, intelligente Landschaftsarchitektur kann das moderne Wohnen umdienen. Zur Wasserstadt gehören Boote auf dem Rummelsburger See. Die anrührendste Szene des Kultfilms „Die Legende von Paul und Paula” wurde hier 1973 in einem Spreekahn gedreht. Mit naheliegendem Baubeginn im Quartier könnte zum 45-jährigen Jubiläum von Paul und Paula das Quartier Mole nach einer Ulrich-Plenzdorf- und Heiner-Carow-Straße rufen. Hier muss kein Kultquartier entstehen, aber der Qualitätsanspruch des Films könnte auch zum Leitbild für das Quartier Mole gehören. 


Neubau des Kraftwerks Klingenberg:

Die IG vertritt den Standpunkt, dass ein neues Kraftwerk idealtypischerweise bei geringerer Kubatur für (wenn erforderlich) mehr Leistung und für mehr Ökologie im Interesse und zum Nutzen aller Berliner wie der Bewohner in der Rummelsburger Bucht stehen müsse. Die IG engagiert sich für eine umwelt-, stadt- und wirtschaftspolitisch verträgliche Entwicklung des Standortes Klingenberg. Sie war dazu im Gespräch mit der Senatsverwalrtung für Wirtschaft, dem Bezirk Lichtenberg von Berlin und dem Vorstand der Vattenfall Europe AG.